WEBVTT

1
00:00:04.500 --> 00:00:07.956
<v Tom>Laut BWA hatten wir im September fünfzehntausend Euro Plus.

2
00:00:07.956 --> 00:00:12.173
<v Tom>Trotzdem war das Geschäftskonto Ende Oktober tiefer im Minus als vorher.

3
00:00:12.423 --> 00:00:14.015
<v Ines>Das ist kein Rechenfehler.

4
00:00:14.015 --> 00:00:20.815
<v Ines>Gewinn und Liquidität messen zwei verschiedene Dinge, und heute zeige ich Ihnen, wo das Geld dazwischen bleibt.

5
00:00:21.065 --> 00:00:22.586
<v Tom>Was ist denn der Unterschied genau?

6
00:00:22.836 --> 00:00:28.590
<v Ines>Der Gewinn ist Ertrag minus Aufwand, so wie die Buchhaltung ihn einem Monat zuordnet.

7
00:00:28.590 --> 00:00:34.141
<v Ines>Liquidität heißt: Wie viel Geld ist an einem bestimmten Tag tatsächlich verfügbar?

8
00:00:34.391 --> 00:00:36.436
<v Ines>Die BWA zeigt Ihnen den Gewinn.

9
00:00:36.436 --> 00:00:41.646
<v Ines>Ob Sie am zehnten des Monats die Umsatzsteuer bezahlen können, zeigt sie nicht.

10
00:00:41.896 --> 00:00:46.104
<v Tom>Und warum sollte mich das als Chef nervös machen, solange unterm Strich ein Plus steht?

11
00:00:46.354 --> 00:00:50.968
<v Ines>Weil ein Betrieb nicht am Verlust scheitert, sondern an fehlendem Geld.

12
00:00:50.968 --> 00:00:56.362
<v Ines>Die Insolvenzordnung nennt als allgemeinen Eröffnungsgrund die Zahlungsunfähigkeit.

13
00:00:56.612 --> 00:01:04.417
<v Ines>Zahlungsunfähig ist laut Paragraf siebzehn Insolvenzordnung, wer seine fälligen Zahlungspflichten nicht erfüllen kann.

14
00:01:04.417 --> 00:01:06.401
<v Ines>Von Gewinn steht da kein Wort.

15
00:01:06.651 --> 00:01:08.061
<v Tom>Wie schnell muss man dann handeln?

16
00:01:08.311 --> 00:01:18.546
<v Ines>Bei einer GmbH muss die Geschäftsführung ohne schuldhaftes Zögern den Insolvenzantrag stellen, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit.

17
00:01:18.546 --> 00:01:20.842
<v Ines>So steht es in Paragraf fünfzehn a.

18
00:01:21.092 --> 00:01:22.737
<v Tom>Gut, das will ich nie erleben.

19
00:01:22.737 --> 00:01:24.710
<v Tom>Wo genau verschwindet denn das Geld?

20
00:01:24.960 --> 00:01:32.156
<v Ines>An fünf Stellen: offene Rechnungen, Umsatzsteuer, Investitionen, Tilgung und große Einmalzahlungen.

21
00:01:32.156 --> 00:01:36.080
<v Ines>Wir rechnen das wieder an Ihrem Beispielbetrieb durch.

22
00:01:36.330 --> 00:01:47.638
<v Ines>Alle Zahlen sind ein Beispiel: Handwerksbetrieb, vierzig Leute, im September dreihundertdreißigtausend Euro Gesamtleistung und fünfzehntausend Euro vorläufiges Ergebnis.

23
00:01:47.888 --> 00:01:52.177
<v Tom>Gibt es eine schnelle Rechnung, die mir sagt, was vom Ergebnis auf dem Konto ankommt?

24
00:01:52.427 --> 00:01:52.978
<v Ines>Grob ja.

25
00:01:52.978 --> 00:02:00.478
<v Ines>Nehmen Sie das Ergebnis und zählen Sie die Abschreibungen dazu, denn die kosten im laufenden Monat kein Geld.

26
00:02:00.728 --> 00:02:03.450
<v Ines>Dann ziehen Sie Tilgung und Investitionen ab.

27
00:02:03.450 --> 00:02:08.774
<v Ines>Und den Zuwachs bei offenen Rechnungen und halbfertigen Arbeiten gegenüber dem Vormonat.

28
00:02:09.024 --> 00:02:10.313
<v Tom>Und was kommt bei mir raus?

29
00:02:10.563 --> 00:02:15.252
<v Ines>Fünfzehntausend plus viertausend Abschreibungen sind neunzehntausend Euro.

30
00:02:15.252 --> 00:02:19.118
<v Ines>Minus sechstausend Euro Tilgung bleiben dreizehntausend Euro.

31
00:02:19.368 --> 00:02:24.382
<v Ines>Dazu kommen zwanzigtausend Euro mehr an halbfertigen Baustellen als im August.

32
00:02:24.382 --> 00:02:28.432
<v Ines>Die stehen in der Gesamtleistung, bezahlt hat sie noch niemand.

33
00:02:28.682 --> 00:02:35.757
<v Tom>Dann bin ich im September also bei minus siebentausend Euro, obwohl die BWA fünfzehntausend Plus zeigt?

34
00:02:36.007 --> 00:02:41.559
<v Ines>Genau, und das ist noch ohne den Zuwachs bei offenen Rechnungen und ohne Investitionen.

35
00:02:41.559 --> 00:02:44.750
<v Ines>Schauen wir uns jetzt die drei typischen Fälle an.

36
00:02:45.350 --> 00:02:49.278
<v Tom>Wir haben im September dreihundertzehntausend Euro abgerechnet.

37
00:02:49.278 --> 00:02:51.274
<v Tom>Das Geld ist doch so gut wie da.

38
00:02:51.524 --> 00:02:56.132
<v Ines>In der BWA zählt die Rechnung ab dem Tag, an dem die Leistung gebucht ist.

39
00:02:56.132 --> 00:02:59.308
<v Ines>Auf dem Konto zählt sie erst, wenn der Kunde zahlt.

40
00:02:59.558 --> 00:03:02.787
<v Tom>Meine Kunden zahlen im Schnitt nach fünfundvierzig Tagen.

41
00:03:02.787 --> 00:03:03.694
<v Tom>Ist das schlimm?

42
00:03:03.944 --> 00:03:04.664
<v Ines>Rechnen wir.

43
00:03:04.664 --> 00:03:11.391
<v Ines>Mit neunzehn Prozent Umsatzsteuer schreiben Sie im Monat rund dreihundertsiebzigtausend Euro brutto in Rechnung.

44
00:03:11.641 --> 00:03:16.519
<v Ines>Bei fünfundvierzig Tagen stehen ständig etwa eineinhalb Monatsumsätze offen.

45
00:03:16.519 --> 00:03:20.434
<v Ines>Das sind gut fünfhundertfünfzigtausend Euro bei Ihren Kunden.

46
00:03:20.684 --> 00:03:22.949
<v Tom>Das Geld kommt ja irgendwann.

47
00:03:22.949 --> 00:03:24.589
<v Tom>Wo ist da der Fehler?

48
00:03:24.839 --> 00:03:28.485
<v Ines>Der Fehler ist, nicht zu merken, wenn das Ziel wandert.

49
00:03:28.485 --> 00:03:34.848
<v Ines>Zahlen die Kunden nach sechzig statt nach fünfundvierzig Tagen, stehen zwei Monatsumsätze offen.

50
00:03:35.098 --> 00:03:40.076
<v Ines>Das sind gut hundertachtzigtausend Euro mehr, die Ihnen auf dem Konto fehlen.

51
00:03:40.076 --> 00:03:43.180
<v Ines>In der BWA ändert sich dabei kein einziger Euro.

52
00:03:43.430 --> 00:03:45.181
<v Tom>Und dazu kommt noch die Umsatzsteuer, oder?

53
00:03:45.431 --> 00:03:47.783
<v Ines>Ja, und das ist die zweite Falle.

54
00:03:47.783 --> 00:03:56.763
<v Ines>Bei Ihrer Größe rechnet das Finanzamt die Umsatzsteuer nach vereinbarten Entgelten ab, also nach Rechnung, nicht nach Zahlung.

55
00:03:57.013 --> 00:03:58.544
<v Tom>Gibt es da keine Ausnahme?

56
00:03:58.794 --> 00:04:04.702
<v Ines>Nach Paragraf zwanzig Umsatzsteuergesetz kann man auf Antrag nach Zahlungseingang versteuern.

57
00:04:04.702 --> 00:04:11.436
<v Ines>Für einen Betrieb wie Ihren geht das in der Regel nur bis achthunderttausend Euro Gesamtumsatz im Vorjahr.

58
00:04:11.686 --> 00:04:15.141
<v Ines>Sie liegen bei deutlich über drei Millionen Euro im Jahr.

59
00:04:15.141 --> 00:04:20.050
<v Ines>Ihre Steuer entsteht mit Ablauf des Monats, in dem die Leistung ausgeführt wurde.

60
00:04:20.300 --> 00:04:22.246
<v Tom>Was heißt das in Euro für meinen September?

61
00:04:22.496 --> 00:04:28.950
<v Ines>Auf dreihundertzehntausend Euro Umsatz sind das achtundfünfzigtausendneunhundert Euro Umsatzsteuer.

62
00:04:28.950 --> 00:04:34.361
<v Ines>Abzüglich der Vorsteuer aus dem Material bleiben rund siebenunddreißigtausend Euro.

63
00:04:34.611 --> 00:04:36.759
<v Ines>Die sind am zehnten Oktober fällig.

64
00:04:36.759 --> 00:04:39.522
<v Ines>Auch wenn der Kunde erst im November bezahlt.

65
00:04:39.772 --> 00:04:41.299
<v Tom>Kann ich mir da nicht mehr Zeit verschaffen?

66
00:04:41.549 --> 00:04:45.792
<v Ines>Mit der Dauerfristverlängerung, das ist ein Antrag beim Finanzamt.

67
00:04:45.792 --> 00:04:49.714
<v Ines>Dann zahlen Sie einen Monat später, also am zehnten November.

68
00:04:49.964 --> 00:04:57.640
<v Ines>Dafür verlangt das Finanzamt eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorauszahlungen des Vorjahres.

69
00:04:57.640 --> 00:05:03.561
<v Ines>Bei rund vierhundertzwanzigtausend Euro sind das rund achtunddreißigtausend Euro.

70
00:05:03.811 --> 00:05:04.830
<v Tom>Das Geld ist dann weg?

71
00:05:05.080 --> 00:05:08.740
<v Ines>Nein, es wird mit der Vorauszahlung für Dezember verrechnet.

72
00:05:08.740 --> 00:05:13.985
<v Ines>Aber es ist jedes Jahr bis zum zehnten Februar fällig, und das gehört in Ihre Planung.

73
00:05:14.235 --> 00:05:14.529
<v Tom>Gut.

74
00:05:14.529 --> 00:05:17.834
<v Tom>Was mache ich gegen die langen Zahlungsziele?

75
00:05:18.084 --> 00:05:20.824
<v Ines>Erstens: Stellen Sie Abschlagsrechnungen.

76
00:05:20.824 --> 00:05:28.974
<v Ines>Paragraf sechshundertzweiunddreißig a Bürgerliches Gesetzbuch erlaubt Abschläge in Höhe des Werts der erbrachten Leistung.

77
00:05:29.224 --> 00:05:33.946
<v Ines>Das gilt auch für Material, das eigens für die Baustelle angeliefert ist.

78
00:05:33.946 --> 00:05:38.214
<v Ines>Dafür braucht der Kunde Eigentum am Material oder eine Sicherheit.

79
00:05:38.464 --> 00:05:39.992
<v Tom>Und wenn einer einfach nicht zahlt?

80
00:05:40.242 --> 00:05:46.372
<v Ines>Ein Firmenkunde ist spätestens dreißig Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung im Verzug.

81
00:05:46.372 --> 00:05:50.612
<v Ines>Bei Privatkunden gilt das nur, wenn die Rechnung darauf hinweist.

82
00:05:50.862 --> 00:05:57.389
<v Ines>Zahlungsziele über sechzig Tage sind nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart und nicht grob unbillig sind.

83
00:05:57.389 --> 00:06:00.012
<v Ines>Lassen Sie sich die also nicht unterschieben.

84
00:06:00.262 --> 00:06:01.885
<v Tom>Und wie behalte ich das im Blick?

85
00:06:02.135 --> 00:06:06.846
<v Ines>Mit der Liste der offenen Posten, die bekommen Sie aus der Buchhaltung.

86
00:06:06.846 --> 00:06:11.292
<v Ines>Schauen Sie jeden Montag auf alles, was älter als dreißig Tage ist.

87
00:06:11.892 --> 00:06:15.568
<v Tom>Im September haben wir einen neuen Transporter gekauft.

88
00:06:15.568 --> 00:06:18.107
<v Tom>In der BWA sehe ich davon fast nichts.

89
00:06:18.357 --> 00:06:19.542
<v Ines>Das ist richtig so.

90
00:06:19.542 --> 00:06:27.403
<v Ines>Ein Fahrzeug nutzen Sie mehrere Jahre, deshalb verteilt die Buchhaltung den Kaufpreis als Abschreibung über die Nutzungsdauer.

91
00:06:27.653 --> 00:06:28.732
<v Tom>Über wie viele Jahre?

92
00:06:28.982 --> 00:06:32.998
<v Ines>Die AfA-Tabelle nennt für Pkw sechs Jahre, für Lkw neun.

93
00:06:32.998 --> 00:06:39.093
<v Ines>Ob Ihr Transporter als Lkw zählt und welche Methode gilt, klären Sie mit der Kanzlei.

94
00:06:39.343 --> 00:06:45.760
<v Ines>Nehmen wir im Beispiel sechs Jahre und vierundfünfzigtausend Euro netto, gleichmäßig verteilt.

95
00:06:45.760 --> 00:06:51.836
<v Ines>Dann stehen in der BWA neuntausend Euro im Jahr, also siebenhundertfünfzig Euro im Monat.

96
00:06:52.086 --> 00:06:55.447
<v Tom>Bezahlt habe ich aber die vierundfünfzigtausend auf einen Schlag.

97
00:06:55.697 --> 00:06:56.061
<v Ines>Eben.

98
00:06:56.061 --> 00:07:02.326
<v Ines>Das Konto sieht den ganzen Betrag im September, die BWA nur siebenhundertfünfzig Euro.

99
00:07:02.576 --> 00:07:10.415
<v Ines>Die Industrie- und Handelskammern sagen es genauso: Abschreibungen wirken nur im Moment der Anschaffung auf die Liquidität.

100
00:07:10.665 --> 00:07:12.660
<v Tom>Und mein Darlehen für die Halle?

101
00:07:12.660 --> 00:07:14.592
<v Tom>Die Rate geht jeden Monat raus.

102
00:07:14.842 --> 00:07:22.841
<v Ines>Im Beispiel siebentausendfünfhundert Euro Rate, davon tausendfünfhundert Euro Zinsen und sechstausend Euro Tilgung.

103
00:07:22.841 --> 00:07:25.136
<v Ines>In der BWA stehen nur die Zinsen.

104
00:07:25.386 --> 00:07:26.752
<v Tom>Warum nicht die ganze Rate?

105
00:07:27.002 --> 00:07:29.085
<v Ines>Weil die Tilgung kein Aufwand ist.

106
00:07:29.085 --> 00:07:34.597
<v Ines>Sie zahlen eine Schuld zurück, Ihr Gewinn ändert sich dadurch nicht, Ihr Kontostand schon.

107
00:07:34.847 --> 00:07:39.352
<v Tom>Dann zahle ich den Transporter aus dem laufenden Ergebnis.

108
00:07:39.352 --> 00:07:40.983
<v Tom>Was ist daran falsch?

109
00:07:41.233 --> 00:07:46.085
<v Ines>Aus dem Ergebnis bleiben Ihnen nach Tilgung dreizehntausend Euro im Monat.

110
00:07:46.085 --> 00:07:50.346
<v Ines>Für vierundfünfzigtausend Euro brauchen Sie also gut vier Monate.

111
00:07:50.596 --> 00:07:54.043
<v Ines>In diesen Monaten fehlt der Puffer für alles andere.

112
00:07:54.043 --> 00:07:58.815
<v Ines>Für die Umsatzsteuer am zehnten und für einen Kunden, der zu spät zahlt.

113
00:07:59.065 --> 00:08:00.241
<v Tom>Was mache ich stattdessen?

114
00:08:00.491 --> 00:08:07.347
<v Ines>Finanzieren Sie lange Nutzung langfristig, etwa mit Leasing oder einem Darlehen über die Laufzeit des Fahrzeugs.

115
00:08:07.347 --> 00:08:11.876
<v Ines>Nicht aus dem Kontokorrent, das für kurzfristige Schwankungen gedacht ist.

116
00:08:12.126 --> 00:08:15.559
<v Tom>Und wenn ich Gesellschafter bin und mir etwas auszahle?

117
00:08:15.809 --> 00:08:21.398
<v Ines>Auch Privatentnahmen oder Ausschüttungen stehen nicht in der BWA, kosten aber Geld.

118
00:08:21.398 --> 00:08:25.977
<v Ines>Privatentnahmen zählen die Kammern ausdrücklich zu den Auszahlungen.

119
00:08:26.227 --> 00:08:33.320
<v Ines>Legen Sie deshalb jede größere Zahlung, die nicht in der BWA steht, vorher neben Ihren Kontostand.

120
00:08:33.320 --> 00:08:37.083
<v Ines>Investition, Tilgung, Entnahme, alles in eine Zeile.

121
00:08:37.683 --> 00:08:43.338
<v Tom>Seit die Kanzlei das Weihnachtsgeld abgrenzt, sieht unser November in der BWA normal aus.

122
00:08:43.338 --> 00:08:45.626
<v Tom>Trotzdem wird es dann jedes Mal eng.

123
00:08:45.876 --> 00:08:46.924
<v Ines>Genau deshalb.

124
00:08:46.924 --> 00:08:54.640
<v Ines>In der BWA stehen jeden Monat fünftausend Euro, ausgezahlt werden aber sechzigtausend Euro im November.

125
00:08:54.890 --> 00:08:58.936
<v Tom>Das ist doch genau das, was wir wollten, damit der Monat nicht verzerrt ist.

126
00:08:59.186 --> 00:09:01.090
<v Ines>Für die BWA ist es richtig.

127
00:09:01.090 --> 00:09:08.002
<v Ines>Für das Konto heißt es: Im November gehen fünfundfünfzigtausend Euro mehr raus, als die BWA zeigt.

128
00:09:08.252 --> 00:09:09.899
<v Tom>Was kommt im November noch dazu?

129
00:09:10.149 --> 00:09:11.424
<v Ines>Die Gewerbesteuer.

130
00:09:11.424 --> 00:09:19.991
<v Ines>Vorauszahlungen sind jeweils am fünfzehnten Februar, Mai, August und November fällig, so steht es im Gewerbesteuergesetz.

131
00:09:20.241 --> 00:09:25.384
<v Ines>Jede Rate ist grundsätzlich ein Viertel der Steuer aus der letzten Veranlagung.

132
00:09:25.384 --> 00:09:29.551
<v Ines>Nehmen wir im Beispiel siebentausendfünfhundert Euro je Quartal.

133
00:09:29.801 --> 00:09:31.652
<v Tom>Und die sehe ich in meiner BWA auch nicht?

134
00:09:31.902 --> 00:09:35.957
<v Ines>In Ihrer Beispiel-BWA steht in der Zeile Steuern null.

135
00:09:35.957 --> 00:09:39.412
<v Ines>Dann trifft Sie die Rate ganz ohne Vorwarnung.

136
00:09:39.662 --> 00:09:41.141
<v Tom>Was bleibt mir dann im November?

137
00:09:41.391 --> 00:09:44.893
<v Ines>Normal kommen dreizehntausend Euro aus dem Ergebnis.

138
00:09:44.893 --> 00:09:51.359
<v Ines>Minus fünfundfünfzigtausend Euro Weihnachtsgeld und siebentausendfünfhundert Euro Gewerbesteuer.

139
00:09:51.609 --> 00:09:55.639
<v Ines>Das sind fast fünfzigtausend Euro weniger auf dem Konto.

140
00:09:55.639 --> 00:10:00.244
<v Ines>In einem Monat, den die BWA als ganz normalen Gewinnmonat zeigt.

141
00:10:00.494 --> 00:10:02.763
<v Tom>Und wenn dann noch ein großer Kunde später zahlt?

142
00:10:03.013 --> 00:10:06.254
<v Ines>Dann reicht der Kreditrahmen vielleicht nicht mehr.

143
00:10:06.254 --> 00:10:12.992
<v Ines>Die Kammern warnen: Schon eine nicht abgesprochene Überziehung kann zur Sperrung des Kreditrahmens führen.

144
00:10:13.242 --> 00:10:15.253
<v Tom>Gibt es solche Monate auch zu anderen Zeiten?

145
00:10:15.503 --> 00:10:20.692
<v Ines>Im Januar die Jahresbeiträge, im Beispiel achtzehntausend Euro für Versicherungen.

146
00:10:20.692 --> 00:10:26.831
<v Ines>Im Februar die Sondervorauszahlung zur Umsatzsteuer, falls Sie die Dauerfristverlängerung nutzen.

147
00:10:27.081 --> 00:10:34.917
<v Ines>Als Einzelunternehmer zahlen Sie Einkommensteuer-Vorauszahlungen, als GmbH Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen.

148
00:10:34.917 --> 00:10:39.477
<v Ines>Beide sind am zehnten März, Juni, September und Dezember fällig.

149
00:10:39.727 --> 00:10:41.837
<v Tom>Wer im Betrieb soll das alles im Kopf haben?

150
00:10:42.087 --> 00:10:43.962
<v Ines>Niemand soll das im Kopf haben.

151
00:10:43.962 --> 00:10:50.799
<v Ines>Schreiben Sie einen Zahlungskalender mit festen Terminen und Beträgen, das macht die Buchhaltung in einer Stunde.

152
00:10:51.049 --> 00:10:52.482
<v Tom>Und was mache ich mit dem Kalender?

153
00:10:52.732 --> 00:10:56.585
<v Ines>Legen Sie für jeden teuren Monat vorher eine Rücklage an.

154
00:10:56.585 --> 00:11:02.128
<v Ines>Für November im Beispiel jeden Monat rund fünftausend Euro für das Weihnachtsgeld.

155
00:11:02.378 --> 00:11:05.291
<v Ines>Und sprechen Sie mit der Bank, bevor es eng wird.

156
00:11:05.291 --> 00:11:09.035
<v Ines>Mit dem Kalender in der Hand ist das ein ganz anderes Gespräch.

157
00:11:09.635 --> 00:11:11.676
<v Tom>Fassen Sie es mir zusammen.

158
00:11:11.676 --> 00:11:14.095
<v Tom>Was mache ich ab nächstem Monat?

159
00:11:14.345 --> 00:11:19.280
<v Ines>Erstens: Rechnen Sie jeden Monat die Brücke vom Ergebnis zum Konto.

160
00:11:19.280 --> 00:11:26.425
<v Ines>Ergebnis plus Abschreibungen, minus Tilgung, Investitionen und den Zuwachs an offenen Rechnungen.

161
00:11:26.675 --> 00:11:30.460
<v Ines>Zweitens: Schauen Sie jeden Montag auf die offenen Posten.

162
00:11:30.460 --> 00:11:36.269
<v Ines>Stellen Sie Abschläge, und mahnen Sie Firmenkunden spätestens dreißig Tage nach Rechnung.

163
00:11:36.519 --> 00:11:39.957
<v Ines>Drittens: Führen Sie einen Zahlungskalender.

164
00:11:39.957 --> 00:11:48.163
<v Ines>Umsatzsteuer am zehnten, Gewerbesteuer am fünfzehnten im Quartal, dazu Weihnachtsgeld und Jahresbeiträge.

165
00:11:48.413 --> 00:11:49.649
<v Tom>Wie viel Zeit kostet mich das?

166
00:11:49.899 --> 00:11:53.515
<v Ines>Die Brücke dauert eine Viertelstunde, wenn die BWA da ist.

167
00:11:53.515 --> 00:11:58.067
<v Ines>Den Kalender legen Sie einmal an und pflegen ihn bei jeder neuen Zahlung.

168
00:11:58.317 --> 00:12:00.317
<v Tom>Und woran merke ich, dass es ernst wird?

169
00:12:00.567 --> 00:12:06.117
<v Ines>Wenn die Brücke drei Monate hintereinander negativ ist, obwohl die BWA Gewinn zeigt.

170
00:12:06.117 --> 00:12:10.808
<v Ines>Dann reden Sie mit Kanzlei und Bank, nicht erst bei der ersten Mahnung.

171
00:12:11.058 --> 00:12:21.755
<v Ines>Dieser Podcast kommt von Yupana, einer Software für den Mittelstand, die Kontobewegungen, Verträge, Software-Lizenzen und die BWA in einer Ansicht zusammenführt.
